Die Bitburger Braugruppe hat in den vergangenen Jahren viel Zeit und Know-how in die Optimierung ihres Energiemanagements investiert. Aktuelles Ziel ist es, den CO2-Ausstoß im Zeitraum 2013 bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Nachhaltigkeitsexperte Stefan Kauß und Energiemanagementbeauftragter Dr. Johannes Hankes erläutern, wie das gelingen soll, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und an welchen Projekten die Verantwortlichen zurzeit arbeiten.

Stefan Kauß Leiter Nachhaltigkeit/Sicherheit der Bitburger Braugruppe
Dr. Johannes Hankes Leiter Technik/Zentrales Engineering der Bitburger Braugruppe

Identifizierung der größten Stromverbräuche, mehr Ressourceneffizienz in der Produktion, Investitionen in umweltschonende Prozesse – an diesen Punkten arbeiten wir fortlaufend in unseren Brauereien“, erklärt Dr. Johannes Hankes. Er ist Energiemanagementbeauftragter der Braugruppe und steuert das standortübergreifende „Expertenteam Energie“, das sich aus den Energiemanagementbeauftragten der Standorte zusammensetzt. Diese halten gemeinsam mit ihren Kollegen vor Ort Ausschau nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten, pflegen den fachlichen Austausch und kümmern sich um die Umsetzung verschiedener Maßnahmen. Außerdem wird an allen Standorten der Braugruppe ein kontinuierliches Energiemonitoring durchgeführt. Die wöchentliche Überprüfung der Kennzahlen hilft den Experten dabei, das Energie- und Kostenmanagement kontinuierlich zu optimieren und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. „Insgesamt konnten wir seit 2013 bereits 15 Prozent CO2 reduzieren. Wir sind also auf einem guten Weg, unser Ziel bis 2020 zu erreichen“, so Hankes.

Ziel bis Ende 2020

Der CO2-Ausstoß ist in den Jahren 2013 bis 2020 braugruppenweit um 20 Prozent gesunken.

Beispiel Bitburg: „Da wir unseren Wärmebedarf in den letzten zehn Jahren um 16 Prozent reduzieren und 40 Prozent des verbliebenen Bedarfs aus der Abwärme unserer BHKW generieren konnten, haben wir 2017 unsere inzwischen überdimensionierte Dampferzeugung modernisiert“, sagt Hankes. Und Stefan Kauß ergänzt: „Dabei war uns vor allem die schlechte Klimabilanz unseres Braunkohlekessels ein Dorn im Auge. Deshalb haben wir uns entschieden, diesen sowie drei ältere Gaskessel stillzulegen und in eine moderne, effizientere und ressourcenschonendere Technik zu investieren.“ Seither sorgen zwei neue Erdgaskessel für eine nachhaltigere Energieerzeugung. „Die neuen Kessel weisen einen Wirkungsgrad von 95 Prozent auf. Damit liegt das V erhältnis der erzeugten Dampfwärme zum verbrauchten Brennstoffeinsatz im Vergleich zum Kohlekessel um 20 Prozent höher und ist damit wesentlich effizienter.“ Ebenso wichtig ist die verbesserte Klimabilanz: Der jährliche CO2-Ausstoß reduziert sich um bis zu 7.000 Tonnen.

Auch in Wernesgrün erfolgte die Inbetriebnahme eines neuen Erdgaskessels. Bereits 2016 wurden die zwei alten stillgelegt. Hier verbesserte sich ebenfalls der Wirkungsgrad und die ohnehin schon niedrigen Emissionen konnten weiter reduziert werden.

„Oftmals sind es aber auch die vielen kleinen Stellschrauben, die wir im Auge behalten und an denen wir drehen müssen“, ist Hankes überzeugt. So ist es unser Ziel, dass unser gruppenweiter Stromverbrauch Ende 2018 bei 10,14 kWh/hl Bier liegt und unser Wasserverbrauch bei konstant 3,28 hl/hl Bier bleibt. Ebenso passiert einiges an den Standorten der Braugruppe: Aktuell wird in Wernesgrün an der Modernisierung der Kälteerzeugung gearbeitet und in Lich an der Prozessoptimierung für die Abwasserreinigungsanlage. In Duisburg wird ein energetisch effizienterer Drucktankkeller installiert und in Bad Köstritz werden die Kälteanlagen optimiert. „Wie heißt es so schön – Stillstand ist Rückschritt. Wir arbeiten rund um die Uhr daran, noch effizienter und nachhaltiger zu werden“ so das Fazit von Stefan Kauß.