Die Bitburger Braugruppe arbeitet kontinuierlich daran, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Seit 2008 konnte dieser bereits um rund 56 Prozent reduziert werden. Jetzt geht das Unternehmen einen Schritt weiter und hat sich dazu entschieden, noch verbleibende, unvermeidliche Emissionen bis Ende 2022 mit Hilfe von Kompensationsmaßnahmen auf null zu bringen. Jan Niewodniczanski, Geschäftsführer Technik und Umwelt der Bitburger Braugruppe, und Dr. Axel Kölle, Leiter des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke, erklären, wie dieses ehrgeizige Vorhaben umgesetzt werden soll.

Jan Niewodniczanski Geschäftsführer Technik und Umwelt der Bitburger Braugruppe
Dr. Axel Kölle Leiter des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke

Der Klimawandel schreitet weiter voran. Über zwei Jahre nach der Pariser Klimakonferenz (Ende 2015) zeichnet sich jedoch immer noch kein klares Bild für einen politisch, gesellschaftlich sowie wirtschaftlich getragenen Weg ab, um die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius – besser 1,5 Grad Celsius – zu begrenzen. Auch die deutsche Bundesregierung hat vor kurzem verkündet, dass sie ihre Klimaziele nicht erreichen wird. Keine guten Voraussetzungen für eine Kehrtwende. „Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prognostiziert gewaltige Folgeschäden durch den Klimawandel. Es ist also an der Zeit, endlich zu handeln“, ist Jan Niewodniczanski überzeugt. Die Bitburger Braugruppe hat in den vergangenen Jahren mit der Vermeidung und Verringerung ihres CO2-Ausstoßes das notwendige Fundament geschaffen (lesen Sie hierzu den Artikel „Auf einem guten Weg: Effizientes Energiemanagement für mehr Klimaschutz“).

Jetzt geht die Braugruppe einen Schritt weiter. „Wir haben uns im Rahmen der Initiative ‚ZNU goes Zero‘ des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung das Ziel gesetzt, dass jeder unserer Brauerei- Standorte spätestens Ende 2022 klimaneutral ist. Damit möchten wir ein Signal senden und wünschen uns zahlreiche Nachahmer. Denn uns ist natürlich bewusst, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen können“, so Niewodniczanski weiter. „Daher ist geplant, dass das gesamte ZNU-Netzwerk mit seinen rund 70 Unternehmen schrittweise seine Standortemissionen bis Ende 2022 auf null reduziert.“ Darüber hinaus ist Niewodniczanski davon überzeugt, dass der Ansatz der Initiative als zusätzlicher Innovationsmotor genutzt werden könne.

Ziel bis Ende 2022

Alle Standorte der Braugruppe sind CO2-neutral.

Die Initiative „ZNU goes Zero“ zielt darauf ab, in Sachen Klimaschutz voranzugehen und der Politik aufzuzeigen, wie dieses Thema umfassend umgesetzt werden kann. „Perspektivisch möchten wir unser Know-how im Sinne eines transformatorischen Prozesses für alle zur Verfügung stellen“, erklärt Dr. Axel Kölle. „Zuerst einmal aber verpflichten sich die Partner unseres Netzwerks, schrittweise sämtliche Emissionen, die an ihren Standorten anfallen, in den nächsten Jahren auf netto null zu setzen“, führt Kölle aus. „Und das geschieht in fünf Schritten: Status-quo- Erfassung, Vermeiden und Vermindern von Emissionen sowie Nutzung von Grünstrom und schließlich die Kompensation unvermeidbarer Emissionen. Im Rahmen dieser festen Abfolge sehen wir uns, das ZNU, als ‚Qualitätswächter‘.“

Und wo steht die Bitburger Braugruppe? „Wir erfassen unsere gesamten Emissionen systematisch und stellen diese seit 2014 in Klimabilanzen dar. Seit 2012 nutzen wir zertifizierten Grünstrom und wir arbeiten natürlich weiterhin daran, unsere CO2-Emissionen zu senken – Stichwort ‚Elektromobilität‘ als Kurz- und Mittelfristziel sowie der Ersatz von Gas durch Biogas als Langfristziel“, fasst Niewodniczanski zusammen. „Darüber hinaus werden wir zukünftig alle unvermeidbaren Emissionen kompensieren, so dass die Standorte unserer Braugruppe Ende 2022 klimaneutral sein werden.“

Beim Thema Kompensation setzt das ZNU auf die Kombination „Bäume & Bildung“, d. h., neben der Klimaschutzwirkung sollen auch soziale Verbesserungen durch Aufklärung von Schülern und Studenten rund um das Thema Klimaschutz angestoßen werden. „Das geht langfristig nur über die Sensibilisierung der kommenden Generationen“, so Kölle. Einer der Kooperationspartner ist Plant-for-the-Planet.