Genau wie bei Ihnen zu Hause ist der Stromverbrauch auch für uns als Brauerei ein wichtiger Umwelt- und Kostenfaktor. Wie wir daran arbeiten, unseren Energieverbrauch zu senken und so viel Energie wie möglich selbst zu produzieren, berichtet unser Energie-Experte Dr. Johannes Hankes.

Zum Bierbrauen wird eine große Menge Energie benötigt, beispielsweise beim Kochen der Würze, der Kühlung oder in der Abfüllanlage. Mit der Strommenge, die allein am Standort Bitburg jährlich verbraucht wird, ließen sich rund 10.000 Haushalte versorgen. Derzeit sind an den Standorten der Bitburger Braugruppe insgesamt sieben Blockheizkraftwerke (BHKW) in Betrieb, mit denen wir 2014 ca. 35 Prozent unseres Strombedarfs selbst erzeugt haben. Unser Ziel ist es, im Jahr 2015 einen Eigenstromanteil von 50 Prozent zu erreichen.

Dr. Johannes Hankes Energiemanagementbeauftragter der Bitburger Braugruppe

Der Vorteil eines BHKWs besteht darin, dass die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme ebenfalls genutzt werden kann. So können wir nicht nur die lokalen Stromnetze entlasten, sondern auch den CO2-Ausstoß im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung um 40 Prozent senken und fossile Brennstoffe schonen.

Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung sowohl Strom („Kraft“) als auch Wärme erzeugt. Das erste Blockheizkraftwerk wurde 1993 in Lich in Betrieb genommen. Es folgten Bitburg (2005), Bad Köstritz (2010), Wernesgrün (2011), Duisburg (2013) und wiederum Bitburg (2014) mit dem bislang größten BHKW in einer deutschen Brauerei. Bei der geplanten Anlagenlaufzeit des Blockheizkraftwerks in Bitburg ergibt sich beispielsweise gegenüber der konventionellen getrennten Stromerzeugung ein Einsparpotenzial von bis zu 8.500 Tonnen CO2 pro Jahr. Zum Vergleich: 2012 lag der Ausstoß pro Kopf in Deutschland bei 11,5 Tonnen CO2-Äquivalent.

(Quelle: Umweltbundesamt) Die Einsparungen durch das BHKW in Bitburg entsprechen also etwa dem jährlichen Ausstoß von mehr als 740 Bundesbürgern.

Die Blockheizkraftwerke können jedoch nicht den gesamten Strombedarf der Braugruppe decken. Deswegen muss zusätzlich Strom eingekauft werden. Mit Beginn des Jahres 2012 haben wir den zugekauften Strom komplett auf zertifizierten Grünstrom umgestellt. Das bedeutet, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Die Umsetzung des Modells und die Anlagen werden anhand der ok-Power-Kriterien überprüft.

Weitere Informationen zum ok-Power-Label finden Sie hier.

Neues Ziel bis Ende 2016

 Das Wärmeenergiekonzept am Standort Bitburg ist erweitert worden.

Moderne Technik wie beispielsweise die 2014 eingeweihte Abfüllanlage in Bitburg tragen zu einem niedrigeren Stromverbrauch bei.

2014 konnte die Bitburger Braugruppe dadurch 35.750 Tonnen CO2 im Vergleich zum herkömmlichen Strommix einsparen. Diese Einsparungen entsprechen etwa dem jährlichen Ausstoß von mehr als 3.100 Bundesbürgern.

Auch neue Maschinen wie beispielsweise die Anfang 2014 in Betrieb genommene Flaschenabfüllanlage in Bitburg tragen dazu bei, den Strom- und Wärmebedarf der Bitburger Braugruppe zu optimieren. So verbraucht die neue Abfüllanlage im Vergleich zur alten Anlage 35 Prozent weniger Strom und 38 Prozent weniger Wärme. Dies wird unter anderem durch eine eigene Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie durch den Einsatz effizienter Elektromotoren ermöglicht. Insgesamt hat die Bitburger Braugruppe 14,7 Millionen Euro in den Austausch der Abfüllanlage am Standort Bitburg investiert. So können wir nicht nur daran arbeiten, unsere Energie- und Wasserverbräuche zu senken, sondern schaffen gleichzeitig eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Zukunft der Braugruppe.

Näheres zu den einzelnen Schritten des Brauprozesses finden Sie hier.