Gehopft wie gesprungen?

 

28.07.2016 Klima & Ressourcen Klima & Ressourcen

Gehopft wie gesprungen?

Oft werden wir gefragt, warum unsere Biere Hopfenextrakt enthalten. Dr. Annika Lagemann, Leiterin unseres Zentrallabors, bringt nun Licht ins Dunkel. Sie erklärt, was Hopfenextrakt genau ist, warum wir ihn nutzen und dass es keineswegs egal ist, welche Hopfenprodukte im Bier landen. Doch das Wichtigste vorab: Hopfenextrakt und auch -pellets sind weder unnatürliche oder billige Produkte, noch stehen sie im Widerspruch zum Reinheitsgebot.

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Dr. Annika Lagemann Leiterin Zentrallabor der Bitburger Braugruppe

„Grundlage erstklassiger Hopfenprodukte ist der Rohhopfen, der einmal jährlich zwischen Mitte August und Ende September geerntet wird. Licht- und Lufteinflüsse bei der Lagerung führen jedoch schnell zu Qualitätsverlusten. Da eine luftdichte Aufbewahrung allerdings nahezu unmöglich ist und die zwingende kühle Lagerung viel Energie verbraucht und damit weniger nachhaltig ist, wird unverarbeiteter Rohhopfen in der heutigen Zeit nur noch selten eingesetzt. Stattdessen kommen beim Bierbrauen überwiegend Hopfenpellets und Hopfenextrakt zum Einsatz, da sich diese Produkte eben ohne Qualitätseinbußen lagern lassen. Ein weiterer Vorteil: Durch die Veredelung des Hopfens wird das Gewicht reduziert. Damit sinken Transport- und Lageraufwand – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

Reine Natur: Hopfenpellets und Hopfenextrakt

Hopfenpellets bestehen aus reinen Hopfendolden, die ohne Zugabe weiterer Inhaltsstoffe gereinigt, zerkleinert und gepresst werden. Deshalb werden Hopfenpellets bei der Zutatenliste auf dem Flaschenetikett auch einfach als „Hopfen“ aufgeführt. In dieser Form kann der Hopfen licht- und luftdicht gelagert werden und bleibt länger haltbar. Bei der Herstellung unserer Biere kommt ebenso Hopfenextrakt zum Einsatz, der laut Aromenverordnung auf dem Etikett gesondert aufgeführt wird. Zur Herstellung von Hopfenextrakt werden zerkleinerte Hopfendolden mit Ethanol (Trinkalkohol) ausgewaschen, der anschließend vollständig verdampft und wieder verwendet wird. Übrig bleibt der grüne Hopfenextrakt, der in seiner Konsistenz an Honig erinnert. Die wertgebenden Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Alphasäure, die für die bittere Note im Bier verantwortlich sind, bleiben in natürlicher Form erhalten. Luftdicht verpackt ist auch der Hopfenextrakt bis zur nächsten Ernte ohne Qualitätseinbußen einsetzbar und ermöglicht das Brauen eines geschmacklich hochwertigen Biers über das ganze Jahr. Hopfenextrakt und/oder –pellets werden in der Regel zu Beginn des Kochvorgangs hinzugefügt. Damit wird sichergestellt, dass eine möglichst große Menge der schlecht wasserlöslichen Bitterstoffe des Hopfens in der Würze verbleibt. Soll das Bier noch hopfenbetonter sein, darf ein Teil des Hopfens erst gegen Ende des Kochvorgangs zugegeben werden. Wichtig für das beste Endprodukt sind auf jeden Fall das richtige Timing und die optimalen Mengenverhältnisse.“ 

Mehr zum Thema Rohstoff- und Lieferantenauswahl sowie Qualitätsprüfung bei der Bitburger Braugruppe erfahren Sie auch im Artikel „Auf den Spuren von Hopfen und Malz“.

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