Ziele sind wichtig. Daher haben die meisten Menschen und Unternehmen gleich mehrere. Doch manchmal entstehen Zielkonflikte: Wird ein Ziel besser, wird das andere schlechter. Das beschäftigt auch die Nachhaltigkeitsmanager der Bitburger Braugruppe. Was tun? Zwei Nachhaltigkeitsmanager berichten.

 

Wenn sich Ziele gegenseitig negativ beeinflussen, sprechen Experten von einem Zielkonflikt. Ein Phänomen, das auch im Bereich Nachhaltigkeit eine Herausforderung darstellt. „Nachhaltiges Handeln bedeutet, gleichermaßen ökonomisch, sozial und ökologisch zu agieren. Diese drei Ziele in Einklang zu bringen ist eine der zentralen Aufgaben für uns“, sagt Thomas Lauer, Bereichsleiter Technik und Umwelt und Nachhaltigkeitsmanager bei der Bitburger Braugruppe.

Thomas Lauer Bereichsleiter Technik und Umwelt der Bitburger Braugruppe

Glücklicherweise gelingt in vielen Fällen die Quadratur des Kreises. 2014 wurden beispielsweise am Standort Duisburg alte Leuchtstoffröhren durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Dadurch ergibt sich eine Stromersparnis von etwa 200.000 Kilowattstunden im Jahr. Das schont gleichzeitig die Umwelt und hilft, unsere Stromrechnung zu senken.

Allerdings erschließt sich die Wirtschaftlichkeit vieler Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit erst auf lange Sicht. Thomas Lauer sieht hier Familienunternehmen wie die Bitburger Braugruppe im Vorteil: „In einem Familienunternehmen sind Investitionen in Nachhaltigkeit leichter zu vermitteln, denn die Eigentümer denken bei allen Entscheidungen die nächste Generation gleich mit.“ Doch selbst unter günstigen Rahmenbedingungen harmonieren Zielsetzungen nicht immer reibungslos, wie das nächste Beispiel zeigt.

Mona Schommers Innovationsmanagerin der Bitburger Braugruppe

Auf Trends und die Vorlieben der Verbraucher mit innovativen Produkten und Sorten zu reagieren – das ist ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens.

„Als Brauerei und Getränkehersteller arbeiten wir ständig an neuen Produkten, Marken und Gebinden“, sagt Mona Schommers, Innovations- und Nachhaltigkeitsmanagerin der Bitburger Braugruppe. Tatsächlich wurden allein 2014 zehn neue Produkte auf den Markt gebracht, darunter eine ganze Reihe von nichtalkoholischen Getränken. „Für den Erfolg von Produktinnovationen ist es entscheidend, den Dialog mit unseren Kunden zu suchen. In Gesprächen und Verkostungen sammeln wir wertvolle Anregungen und Feedback auf Produktideen.“ Derzeit stehen insbesondere alkoholfreie Biere und Biermischgetränke sowie Spezialitätenbiere hoch im Kurs.

Nur ein Beispiel von zahlreichen neuen Produkten,
die die Bitburger Braugruppe jedes Jahr auf den
Markt bringt.

Bitburger Alkoholfrei 0,0% Grapefruit

 

„Auf Basis des Verbraucher-Feedbacks konnten wir in den letzten Jahren unser Portfolio erfolgreich ausbauen und somit einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens leisten“, so Schommers. Doch welche Auswirkungen hat dies wiederum auf andere Nachhaltigkeitsziele der Braugruppe?

Wachsende Produktvielfalt trägt dazu bei, dass wir auch künftig am Markt erfolgreich sind. Andererseits ergeben sich dadurch neue Herausforderungen im Hinblick auf unsere ökologischen Nachhaltigkeitsziele.

„Früher war die Bitburger Braugruppe fokussiert auf das klassische Pils. Durch die vielen neuen Biermischgetränke und alkoholfreien Produkte ist eine neue Komplexität entstanden, die sich auch auf unsere Wasser- und Energiesparziele auswirkt“, sagt Thomas Lauer. Dies habe seine Ursache unter anderem darin, dass die Produktionsanlage häufiger gereinigt und umgestellt werden müsse, damit sich aromaintensive Getränke wie die Bitburger Fassbrause nicht auf andere Produkte übertrage, so Lauer. Zudem betont der Nachhaltigkeitsmanager, dass für solche Vorgänge zusätzlich Strom und Energie benötigt wird. „Ein klassischer Zielkonflikt. Schließlich soll unser wirtschaftlicher Erfolg nicht zu Lasten unserer ökologischen Ziele gehen“, sagt Lauer. „Wichtig ist im ersten Schritt, solche Konflikte zunächst einmal zu identifizieren. Deshalb gibt es an jedem Standort Nachhaltigkeitsmanager, die hierfür ein geschultes Auge haben. Im nächsten Schritt entwickeln wir dann mit den Beteiligten kreative Lösungen.“

Die Herausforderung: Zielkonflikte identifizieren und kreative Lösungen entwickeln

Nicht immer lassen sich beide Ziele vollständig umsetzen. In der Regel lässt sich jedoch ein Kompromiss finden. "Damit wir unsere Anlagen nicht so oft zusätzlich reinigen müssen, haben wir unsere Produktionspläne angepasst", sagt Lauer. Ein Beispiel: Wenn an einem bestimmten Tag Pils, Fassbrause und alkoholfreies Bier abgefüllt werden müssen, steht die aromaintensive Fassbrause erst ganz zum Schluss auf dem Abfüllplan. Dadurch spare man sich eine Reinigung und könne sogar noch Strom und Wasser einsparen, berichtet Lauer. So plant die Bitburger Braugruppe trotz zunehmender Produktvielfalt auch für die kommenden Jahre mit einem Wasserverbrauch auf dem Niveau der Vorjahre.

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