Corona-Pandemie, Flutkatastrophe, Ukraine-Krieg: Gesellschaft und Wirtschaft sind seit Jahren im Krisenmodus. Zurzeit sind die Herausforderungen gewaltiger denn je: Lieferengpässe, steigende Preise für Energie und Rohstoffe, Inflation und ein drohender Gaslieferstopp. Dabei dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, dass Themen wie Klimawandel und Digitalisierung genauso aktuell und bedeutsam sind. Stehen wir vor einer Quadratur des Kreises? Auf ein Bier mit der Geschäftsführung. 

Erst die Corona-Pandemie, jetzt der Ukraine-Krieg mit all seinen furchtbaren Folgen. Wie geht die Braugruppe damit um?

Jan Niewodniczanski: Auch in diesen schweren Zeiten bleiben für uns höchste Qualität und bestmögliche Versorgungssicherheit für unsere Partner oberste Priorität. Wir bereiten uns bereits seit längerem an allen unseren Standorten auf mögliche Krisenszenarien wie Lieferengpässe oder ein Komplettembargo bei Erdgas oder anderen Energiequellen und Grundstoffen vor. In all unseren Prozessen so viel Energie zu sparen wie möglich ist seit vielen Jahren – völlig unabhängig von der aktuellen Situation – Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Außerdem liegt unser Fokus noch stärker auf einer Energieversorgung unserer Braustätten durch nachhaltige Lösungen. Wir werden daher nicht darin nachlassen, unsere Bemühungen in Sachen Nachhaltigkeit trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen fortzusetzen. 

Über zwei Jahre Corona-Pandemie haben in der Arbeitswelt zu Veränderungen geführt. Auch in der Braugruppe?

Dr. Stefan Schmitz: Die vergangenen Jahre waren für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Herausforderung. Die Arbeitswelt hat sich gewandelt. Neue hybride Arbeitskonzepte wurden umgesetzt, die Zusammenarbeit hat sich verändert. Trotz dieser Umbrüche sind das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ungebrochen und wirklich beeindruckend – ob nach der Flut 2021 in den Hochwassergebieten oder auch bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle aus der Ukraine. Das Motto unseres aktuellen Berichts zur Nachhaltigkeit „Handeln statt Reden“ ist daher kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis in allen Bereichen unseres Familienunternehmens.

Das Thema Digitalisierung begleitet die Braugruppe schon seit einigen Jahren. Wie sind Sie hier vorangekommen?

Stephan Fahrig: Trotz der widrigen Umstände in den letzten Jahren haben wir die wirtschaftliche Kraft, um die notwendigen Veränderungen umzusetzen und unsere Ziele weiter zu verfolgen. Im Bereich Digitalisierung haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mit der Digitalen Agenda 2020+ haben wir das strategische Fundament für eine nachhaltige und erfolgreiche digitale Unternehmensentwicklung gelegt. Dabei ermöglichen die neuen digitalen Prozesse für viele Unternehmensbereiche einen immensen Fortschritt. Zudem arbeiten wir verstärkt am Ausbau der digitalen Vertriebskanäle und der digitalen Kommunikation, um unsere Kunden und Konsumenten noch besser kennenzulernen, zu verstehen und zielgerichtet zu erreichen. Bei allen digitalen Themen nehmen wir die Mitarbeiter mit ins Boot, vermitteln Verständnis für Digitalisierung und bieten viel Unterstützung beim Umgang mit den neuen Methoden und Tools. Damit sind wir als Familienunternehmen mehr als gut aufgestellt und in der Lage, dieses Zukunftsthema professionell weiterzuentwickeln.

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